Kategorie: Kritiken

Kritiken und Rezensionen zu Konzerten von Ars Musica

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2009, Kritiken

Aus zwei mach eins mit dem richtigen Ton

Frauenchor „Ars Vocalis“ aus Wangen probt mit Suhler Männerchor „Ars Musica“ für Konzert

Suhl/Wangen – Der Regen tropft die Burgmauern hinunter – plop, plop. Drinnen klopf Hubert Voigt den Takt – tock, tock. Der Nebel steigt um das alte Gemäuer auf, drinnen erfüllen Stimmen hell den Raum. Auf der Johanniterburg in Kühndorf hallt der Chorgesang von „Ars Musica“ und „Ars Vocalis“ wieder.

Die Chöre arbeiten unter der Leitung von Hubert Voigt an einem gemeinsamen Projekt – ein Gedenkkonzert anlässlich des 200. Geburtstages von Felix Mendelssohn Bartholdy. Auch ein eigenes Jubiläum haben sie zu feiern. Vor zehn Jahren begann die Zusammenarbeit zwischen Suhl und Wangen im Allgäu. 1999 gaben die Chöre erste gemeinsame Konzerte in Hildburghausen und Breitungen. 2004 und 2007 folgten weitere Auftritte in den Heimatregionen.

Probe 03.2009 mit Ars VocalisZwei Chöre aus einer Hand

„Die Qualität der Chöre ist gleich, weil sie aus einer Hand geschaffen wurden“, sagt Michael Ehricht und meint damit die Arbeit von Hubert Voigt. Er baute in Suhl den Knabenchor auf. Aus ihm ist mittlerweile der Männerchor geworden. Als Voigt 1993 nach Wangen im Allgäu ging, setzte er seine Chorarbeit fort. Er leitete einen Mädchenchor, der zum Jugendkammerchor und schließlich zum Frauenchor wuchs. Er führte „seine“ Chöre zusammen. „Mit Männer- und Frauenstimmen und verschiedenen Chorstrukturen ist die Abwechslung größer und das ist auch für den Zuhörer angenehmer. Auch das Angebot an Chorliteratur ist für gemischte Chöre größer und man kann die Klangkultur ausschöpfen“, sagt Voigt zu der gemeinsamen Arbeit von „Ars Musica“ und „Ars Vocalis“. Die Mitglieder beider Gesangsgruppen sind längst den Kinderschuhen entwachsen und über ganz Deutschland verstreut, studieren und arbeiten. Doch für die Proben im eigenen oder gemischten Chor kommen sie immer wieder zusammen.

„Im Chor zu singen, ist schön, weil es so homogen klingt. Mit den Männern zusammen wird der Klang kompletter und die hellen Stimmen von uns werden ausgeglichen“, sagt Ines Becher.

Das Holz knistert im Kamin. Taschen liegen auf dem Boden, daneben die Ordner mit den Notenblättern. „Alt, Sopran“, gibt Voigt das Zeichen zum Einsatz für die Frauen, lässt eine Hand durch die Luft fliegen und schlägt mit der anderen die Töne am Klavier an. Gesungenes „Ma, ma, ma“ tönt durch den Raum. „Die gemeinsamen Proben sind eine große Bereicherung, man kann sechs-, sieben- oder achtstimmig singen, das ist ein ganz anderes Feeling“, sagt Anja Städele. Gemeinsam singen macht Spaß und ist eine Abwechslung.

Leise singen die Frauen. „Stopp, stopp“, unterbricht Voigt, „meine Schuld, ich habe mich so berauscht an dem wunderbaren Klang“, sagt er, als er sich verspielt, und lacht. Doch schon gleich darauf kehrt der ernste Gesichtsausdruck zurück und er klopft den Takt.

„Jetzt lassen wir die Herren auch mal ein Stück singen“, sagt Voigt und gibt für den anderen Teil des gemischten Chors auf Zeit den Einsatz. Die klaren, hellen Stimmen der Frauen tönen aus den vorderen Reihen, die dunklen, tiefen Stimmen der Männer sind aus den hinteren Reihen zu hören. „Wenn wir auf der Bühne sind, die Männer hinter uns stehen und mit den tiefen Stimmen einsetzen, kriege ich immer eine Gänsehaut. Das ist so ein Surround Sound“, sagt Anna-Sophia Hänsler. Sie war schon bei der ersten Begegnung der beiden Chöre 1999 dabei.

Immer wieder stellen sie sich der Herauforderung, gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen. Das Gemeinschaftsgefühl schweißt die Chormitglieder und auch die beiden Chöre zusammen. Neben der ganztägigen Probe, gibt es an den Abenden die Möglichkeit, die Freizeit miteinander zu verbringen. „Es macht Spaß, weil ein Gemeinschaftsgefühl herrscht. Es ist wie in einem Sportverein, nur das Anspruchsvoll-Künstlerische hebt uns eben von einem normalen Sportverein ab“, sagt Marco Wagner.

„Der wandernde Musikant“ sollen sie nach den Einzelstimmproben singen. „Die Zusammenarbeit ist bereichernd. Ich finde es schade, dass solche Projekte nicht öfter stattfinden. Mittlerweile kennt man sich besser und man hat sich eingespielt“, sagt Christoph Zabel. Auch bei dem Lied „Der erste Frühlingstag“ fliegen die Hände von Voigt durch die Luft und er lächelt, wenn seine Chöre gemeinsam singen.

Gefühl für die eigene Stimme

A-cappella-Gesang hat Voigt schon während seiner Studienzeit in Weimar begeistert. Damals hatte er die Idee, Kindern und Jugendlichen das Gefühl für die eigene Stimme zu geben und an eine anspruchsvolle A-cappella-Gruppe heranzuführen. Dass ihm das mit dem Suhler Knabenchor, den er ins Leben rief, und später mit „Ars Musica“ und „Ars Vocalis“ im „Doppelpack“ gelungen ist und diese beiden auch miteinander harmonieren, davon können sich Konzertbesucher am 27. und 28. Juni überzeugen. Dann treten die Chöre gemeinsam auf und geben das Mendelssohn-Gedenkkonzert in Suhl und Schleusingen. Wenn die hellen und tiefen Stimmen gemeinsam erklingen, sollen dann nicht nur die Sängerinnen und Sänger eine Gänsehaut bekommen.

[message_box type=“note“ icon=“yes“ close=“Hide“]Erschienen im Freien Wort 07.03.2009
Autor: Linda Hellmann
Foto: frankfoto.de
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2008, Kritiken

Zugabe gab’s auf Chinesisch

„Ars Musica“ mit beeindruckender Leistung in der Heinrichser Kirche

Suhl-Heinrichs

Mit einem wunderschönen Chorkonzert aus geistlichen und weltlichen Liedern meldet sich der Thüringer Männerchor „Ars Musica“ aus der Sommerpause zurück. Und die Männer konnten sich auf ihre große Fangemeinde verlassen. Etwa 120 Zuhörer kamen bei schönstem Sommerwetter am Samstag in die Heinrichser Kirche. Gleich nebenan im Gemeindehaus treffen sich die Sänger zu ihren Proben, zu denen sie einmal im Monat aus allen Ecken Deutschlands anreisen. Sie alle – zurzeit zählt „Ars Musica“ über 40 Mitglieder – waren einst Mitglieder des Suhler Knabenchores.

Als dieser 1992 sein 20-jähriges Jubiläum feierte und ihm zu Ehren ein Chor aus Absolventen mit grandiosem Erfolg auftrat, stand spontan die Idee im Raum, diese Gemeinschaft zusammenzuhalten und die gut erhaltene Auftritts-Qualität weiter zu pflegen. Und zwar in ihrer Heimatstadt Suhl, was schwer genug ist auf Grund der räumlichen Entfernungen. Aber wenn Hubert Voigt, der Leiter des Ensembles, mit Blick auf die 35 Sänger, die in die Heinrichser Kirche kamen, meint, das sei der harte Kern, dann spricht das Bände.

Gepflegte Sangesfreude

Darüber beispielsweise wie er den Knaben in kontinuierlicher Arbeit Stimmbildungs- und Einzelgesangsunterricht gab, wie er sie für die Musik gewinnen, begeistern und über lange Strecken mit seiner vertrauensvollen und väterlichen Art motivieren konnte.

Dass die Knaben, die heute Männer im Alter von 20 bis 42 Jahren sind, den Spaß und die Freude am Gesang pflegen, dafür lieferte das Heinrichser Konzert einen weiteren Beweis. Bei aller Ernsthaftigkeit, die beispielsweise „Lobt den Herrn der Welt“ von Henry Purcell (1659 – 1695) oder „Hymne an Gott“ von Johann Michael Haydn (1737 – 1806) verlangen – „Ars Musica“ lässt die Sangesfreude durch eine schöne Stunde voller Klangfülle immer wieder durchblitzen. Die Qualität der mehrsätzigen Männerstimmen beeindruckte bei diesem Benefizkonzert einmal mehr, ebenso wie die feine Gestaltung insbesondere der sakralen Gesänge. Dieses sauber und auf den Punkt gehauchte „Amen“ am Ende der „Motette“ von Hans Georg Nägeli (1773 – 1836) war einer der Momente, die für Gänsehaut, für stille Andacht und Bewunderung sorgte.

Das machte es schwer, die Chorsätze bis zur Pause durchfließen zu lassen und sich den Beifall bis dahin aufzusparen. Den gab es reichlich, denn mit Volksweisen wie „Das Heimattal“ oder „Das Leben bringt groß Freud“ setzten die Sänger mit ihrem Leiter Hubert Voigt wunderbar akzentuierte Klänge in das Gotteshaus, die nach Zugaben geradezu verlangten. Und mit denen überraschten und verzückten die Männer ihr Publikum ein weiteres Mal. Das chinesische Liebeslied „Jasmin“ sangen sie tatsächlich auf Chinesisch. Und als Sahnehäubchen auf den wohl angerichteten Ohrenschmaus gab es ein chilenisches Heimatlied. Beide Stücke sind Mitbringsel von den Konzert-Tourneen von „Ars Musica“ durch die Welt.

Die Spenden, die das Publikum für diese großartige Leistung gab, kommen übrigens der Heinrichser Kirche zugute. Wie Pfarrer Ulrich Prüfer sagt, sollen die restlichen unteren Bänke bis zur Adventszeit mit einer Heizung versehen werden. Apropos Advent. Am 21. Dezember, 15 Uhr, gibt der Männerchor „Ars Musica“ sein Adventskonzert in der Suhler Kreuzkirche.

[message_box type=“note“ icon=“yes“ close=“Hide“]Erschienen im Freien Wort 01.09.2008[/message_box]

2007, Kritiken

Welch’ ein Feierklang

Suhl – Besser hätten die Suhler gar nicht auf den heutigen Heiligen Abend eingestimmt werden können, als mit diesem gelungenen Konzert des Thüringer Männerchores Ars Musica gestern, am vierten Advent, in der Kreuzkirche. Die war wieder – wie in den Jahren zuvor – bis auf den letzten Platz gefüllt. Sogar Stühle mussten in das Kirchenschiff hineingetragen werden, weil unten die Sitzbänke all die vielen Besucher – trotz Aufforderung zum engeren Beieinandersitzen – nicht mehr aufnehmen konnten. Ein Gedränge, wie am Heiligabend. Der Männerchor weiß eine große Sympathiegemeinde in Suhl hinter sich. Dieses Konzert, dass schon seit vielen Jahren stets am vierten Advent erfreut, gehört zu Suhl wie der Waffenschmied auf dem Markt.

Und außerdem – wer hätte das gedacht? Als nach neunzig Minuten besten Chorgesangs die Zuhörer beglückt und in aufgekratzter Stimmung die Kirche verließen, da hatte der liebe Herrgott zur großen Überraschung feinsten glitzernden Schnee über Suhl ausgeschüttet, so dass zumindest nun in der Nacht auf Heiligabend das ersehnte Weihnachtsweiß die Landschaft überpuderte. Bilderbuchwetter am Vorabend des Festes, grad so, als ob die Männer von Ars Musica das herbei gesungen hätten.

Erstmals restaurierte Orgel dabei

Die Kreuzkirche ist fürs Weihnachtskonzert ihr Stammplatz. Doch in diesem Jahr kam ein besonderer Umstand hinzu. Erstmals erklang dabei in voller Schönheit die restaurierte Eilert-Köhler-Orgel. Für deren Wiederherstellung hatte sich auch Ars Musica in allen früheren Auftritten eingesetzt und Teile der Konzerterlöse immer wieder gespendet. Nun gab sie erstmals den feierlichen Rahmen für das Weihnachtsprogramm, das damit perfekt wurde, mit Glöckchenspiel und anderen reizvollen Klängen zum Auftakt und einem weiteren Werk mittendrin. Nur schade, dass den Zuhörern nicht mitgeteilt wurde, welche Stücke KMD Elisabeth Schubert eigens dafür ausgewählt hatte.

Chorleiter Hubert Voigt hat ein gutes Gespür für die Dramaturgie eines Konzertes, wenngleich die Spielräume bei weihnachtlichen Weisen natürlich nicht unbegrenzt sind. Da gesellt sich Traditionelles zu weniger Bekanntem, doch auch einige neue, für die Suhler unbekannte Werke kamen diesmal hinzu. So beispielsweise von Andreas Hammerschmidt (1612-1675) „Öffnet die Tore weit“. Eröffnet wurde das Programm mit einem Werk des 20. Jahrhunderts, Anton Schönlingers (1919-1983) „Winterklage“, ein getragenes Werk, das zu Herzen geht und Besinnung aufkommen lässt. Dann folgten Lieder, die einfach zu Weihnachten gehören, ob die Volksweise „Maria durch ein’ Dornwald ging“, Händels „Tochter Zion“, „Alle Jahre wieder“, „Adeste fideles“ oder „Kommet ihr Hirten“. Dazwischen Gounods kunstvolles „Ave Maria“ oder das schlichte „Ein Kind ist uns geboren“, ein typisch alpenländisches Weihnachtslied. Lieder, wie sie zum Repertoire guter Chöre einfach gehören.

Was dieses Konzert von Ars Musica erneut so besonders machte, war die gesangliche Qualität der mehrsätzigen Männerstimmen, die wiederum mit einem feinen, relativ hellen, warmen Ton beeindruckten. Hervorzuheben ist auch, wie Hubert Voigt die meisten Lieder anlegt. Die sind eher still und verinnerlicht in ihrer Gestaltung, auf die Reize der Tonschöpfungen bedacht und gehen gerade durch die Schlichtheit ihrer Interpretation sehr zu Herzen, indem sie alles Rührselige wohltuend beiseite lassen.

Natürlich singt das Publikum wieder mit, die beiden altbekannten Kanons „Hosianna“ und „Mache dich auf und werde Licht“ kennt man hier gut. Besser als mit „Stille Nacht, heilige Nacht“ hätte der Nachmittag nicht ausklingen können.

Am Ausgang spendeten die Suhler wieder für ihre Eilert-Köhler-Orgel. Und Ars Musica spendet die Einnahmen dieses Konzertes erneut, wie bereits 2006, für eine Armenschule in Santiago de Chile, die von der evangelisch-lutherischen Versöhnungsgemeinde ermöglicht wird. Das Geld, das die Sänger Ostern nächsten Jahres selbst übergeben wollen, dient diesmal dem Kauf von Schulbüchern. Mitmenschlichkeit ist Ars Musica Herzenssache.

[message_box type=“note“ icon=“yes“ close=“Hide“]Erschienen im Freien Wort 24.12.2010
Autor: Lilian Klement

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2007, Kritiken

500 Besucher erleben Hubert Voigts Sternstunde

WANGEN – Eine Sternstunde des Chorgesangs haben am Samstagabend in der St. Martinskirche 500 Besucher erlebt. Der Kammerchor der Jugendmusikschule und der Thüringer Männerchor „Ars Musica“ boten anspruchsvolle Notenliteratur und stimmliche Qualität auf höchstem Niveau.


So schön und beglückend kann Chormusik sein! Eineinhalb Stunden lang Klangfülle zum Niederknien, saubere Intonation und stilistische Sicherheit zum Schwärmen, schmiegsame Dynamik und feine Gestaltung gerade bei den sakralen Gesängen zum den Atem anhalten! Herz, was begehrst du mehr? Aber der Mensch ist nun einmal unersättlich. Und so wirkte die Ankündigung, dass es auf jeden Fall ein Wiederhören geben wird, wenngleich Chorleiter Hubert Voigt nun in den Ruhestand gehen wird, wie ein Pflaster auf den Abschiedsschmerz.

14 Jahre lang war Voigt als Gesangslehrer und Chordirigent an der Jugendmusikschule tätig. Anknüpfend an seine jahrzehntelange Berufserfahrung als Leiter des Knabenchores der Suhler Philharmonie baute er in dieser Zeit einen Nachwuchschor, einen Knaben- und einen Mädchenchor auf. Aus Letzterem entstand 1998 der Kammerchor, dessen gesangliche Fähigkeiten 2005 beim internationalen Johannes-Brahms-Wettbewerb in Wernigerode mit dem „Silbernen Diplom“ ausgezeichnet wurden.

Dass dies keine auf ein einziges Ziel hingeführte Leistung war, sondern sich wie ein kostbares Band von Auftritt zu Auftritt zog und zieht, dass bewiesen Voigt und die jungen Damen auch in Wangen. Ihr „Kyrie eleison“ von Sylke Zymbel wurde ebenso fein wie andächtig, die englische Hymne „Herr, bleib bei uns“ kam klar und ohne Makel, die Lieder von Robert Schumann und Johannes Brahms bestachen durch Liebreiz.

Im ersten Teil hatte „Ars Musica“ mit ebenso innig wie feierlich gesungenem Lobpreis Gottes aufhorchen lassen. Besonders kam diese Kunst der sakralen Liedinterpretation beim „Kyrie“ von Konstantin Türnpu zum Tragen. Oder bei Rolf Lukowskys „Ave Maria“, das so hingebungsvoll vorgetragen wurde, dass man eine Stecknadel hätte fallen hören können. Wie Hans Georg Nägelis „Motette“ mit einem so hingehauchten „Amen“ endete, dass sicherlich so mancher eine Gänsehaut bekommen haben dürfte.

Nachdem Ingeborg Kempter, langjährige Schülerin von Hubert Voigt und nun an der Hochschule ausgebildete Sängern, bei einem wunderschönen Magnificat (John Rutter) von Georg Enderwitz an der Orgel begleitetet worden war, vereinten sich die Chöre zu einem Ganzen. Zart schmelzend kam „Die Nachtigall“ von Mendelssohn Bartholdy, das Herz berührend das „Fahr‘ wohl“ von Brahms.

Freude für Musik vermitteln

Die drei großen Chorwerke von Rachmaninow, Archangelski und Tschaikowski, die das Marienlob und die Verherrlichung Gottes zum Inhalt hatten, bildeten den strahlenden Abschluss des Konzertes. Es gab „Standing Ovations“ und die Zusicherung auf eine Zugabe: „Ave Maria“ von Anton Bruckner. Unübertroffen! „Sie sind die Perle im Kranz der JMS, die hoffentlich noch lange ihren Glanz behält!“ Noch ganz unter dem Einfluss des „himmlischen Vortrages“ dankte Verbandsvorsitzender Josef Köberle Hubert Voigt wie allen Sängern für ihr „Geschenk“. Und Mitwirkende Veronika Teufel bescheinigte dem Chorleiter: „Sie haben uns die Freude und das Gefühl für die Musik vermittelt und uns durch die Konzertreisen und die Treffen mit Ars Musica unvergessliche Erinnerungen ermöglicht!“

[message_box type=“note“ icon=“yes“ close=“Hide“]Erschienen in der Schwäbischen Zeitung 26.06.2007[/message_box]

2007, Kritiken

Ein Orgelfest mit Nachklang

Nach Tagen des Feierns kehrt nun der Alltag ein: Mit einem Abschlussgottesdienst ging gestern in der Kreuz- kirche die Festwoche aus Anlass der Wiedereinweihung der Eilert-Köhler-Orgel zu Ende.

SUHL – Dort, wo vor Wochenfrist die Feierlichkeiten für die restaurierte Königin der Instrumente begannen, fanden sich viele Suhler noch einmal zusammen, um die bewegende und in der Suhler Kirchengeschichte unvergessliche Woche mit einem ganz besonderen Gottesdienst ausklingen zu lassen. Und es schien, als könnten die Suhler von ihrer alten, neuen Orgel einfach nicht genug kriegen, denn einmal mehr strömten viele Besuchern und Gästen in das Kirchenschiff.

Vor allem die musikalische Umrahmung machte das Besondere dieses Gottesdienstes aus. Mit dem Thüringer Männerchor „Ars musica“ erfuhr KMD Elisabeth Schubert an der Orgel stimmgewaltige Unterstützung. Für die Sänger um Hubert Voigt war die Mitgestaltung eine Herzensangelegenheit, gehörten sie in den zurückliegenden Jahren doch zu den engagiertesten Unterstützern der Orgelsanierung. Bei ihren Weihnachtskonzerten kamen aus Eintrittsgeldern und Spenden beachtliche Summen zusammen, die einen gewichtigen Teil der Gesamtfinanzierung ausmachten. Deshalb sei man sehr froh, dass der Chor nun auch einen Anteil bei der Ausgestaltung der Festwoche habe, sagte Superintendent Martin Herzfeld.

Zur Festpredigt ließ er gestern gern Elfriede Bergrich den Vortritt. Die Pröpstin der evangelischen Propstei Erfurt-Nordhausen, von der die Orgelsanierung ebenfalls große Unterstützung erfuhr, hatte bereits am Freitag das Wandelkonzert von Elisabeth Schubert besucht und zeigte sich tief beeindruckt von der immensen Klangfülle des Instruments. „Diese Harmonie und dieser Reichtum ist ein Abbild der Fülle und Vielfalt Gottes“, sagte sie in ihrer Predigt. Mit großer Freude und Dankbarkeit sei sie nach Suhl gekommen. Nicht nur der Stadt und der Kirchgemeinde, sondern auch der Propstei habe die Wiedereinweihung der Orgel großen Aufwind gegeben. „Suhl ist mit Orgeln nun überaus üppig ausgestattet. Die Welt zwischen den beiden Kirchen mit ihren musikalischen Kleinoden muss diese nun verbinden. Mögen sie gespielt und gehört werden zum Lob Gottes, zur Auferbauuung der Gemeinde und zur Freude und Stärkung für ein fröhlich Herz der Kommenden“, sagte sie. In der zurückliegenden Woche habe sie Suhl kaum wieder erkannt. „Man hat gemerkt, welche Kraft die Musik hat.“ Gerade weil die Kirchenmusik so positiv ausstrahle, sei es wichtig, ihr genügend Raum zu geben. Dies müsse sich in der Personalpolitik der Kirchenprovinz widerspiegeln. „Da sollte man die Pfarrstellen den Kantor- und Organistenstellen nicht vorziehen.“

Nach der großen Aufgabe der Sanierung und der unvergesslichen Festwoche mit namhaften Organisten werde man sich nun der Aufgabe stellen, die Orgel im Alltag rege zu nutzen, blickte Martin Herzfeld voraus. „Die Sommerorgelkonzerte werden ihren Beitrag dazu leisten. Außerdem denken wir über sporadische, kurze Orgelandachten in der Mittagszeit nach.“

Was bleibt nach dieser Festwoche? „Ich hoffe, die fröhliche Atmosphäre in den Gottesdiensten. Und die erlebte Erkenntnis vieler Besucher, dass Kirche etwas Bereicherndes im Leben sein kann“, so der Superintendent, der nach eigenen Worten begeistert über die große Anteilnahme der vielen, vielen Konzertbesucher ist. Die Eilert-Köhler-Orgel habe in vollem Umfang gehalten, was Experten vor und während ihrer Sanierung versprachen. Dies mit eigenen Ohren gehört zu haben, sei ein sehr schönes, erbauendes Gefühl, so Herzfeld. Ein Gefühl, dass er mit vielen Suhlern und Orgelfreunden der ganzen Region nach einer unvergesslichen Festwoche teilt.

[message_box type=“note“ icon=“yes“ close=“Hide“]Erschienen im Freien Wort 11.06.2007

Autor: Georg Vater

Foto: frankfoto.de

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2007, Kritiken

Die wunderbaren Flügel des Gesangs

ARS MUSICA UND ALLGÄUER KAMMERCHOR – So schön kann ein Abschiedskonzert sein: Glänzende Augen und Dankesworte an Hubert Voigt

Es gibt Konzerte, da muss man erst von deren Ende schreiben, bevor man zum Anfang kommt. Weil dies etwas mit ihrem besonderen Charakter und dem Ort zu tun hat. So wie jenes am Sonntag in der Hauptkirche. Noch dazu, wenn Abschied im Spiele ist.
SUHL – Weil nämlich einer seinen Abschied gibt, der nicht mehr in dieser Stadt wohnt, aber dennoch nicht von ihr lassen kann. Weil Menschen dieser Stadt ihn feiern, ihm Danke sagen und ihn an ihr Herz drücken. So, als sei er doch nie weg gewesen.

Das ist schon eine eigentümliche Situation.
Als erster bedankt sich Superintendent Martin Herzfeld für Hubert Voigts und Ars Musicas Treue zu Suhl. Herzfeld, der 2002 hierher kam, weiß wenig um die Vorgeschichte, aber um die wunderbaren Konzerte alljährlich in der Kreuzkirche, und er weiß um die Unterstützung von Voigt und seinen Sängern für die Eilert-Köhler-Orgel. Auch dank der Konzerte dieses Chores, verbunden mit Spenden von Bürgern, kamen beträchtliche Summen für die Restaurierung zusammen. An jenem Sonntag noch einmal rund 500 Euro, die beim Orgelbauförderverein willkommen sein dürften. Herzfeld bekommt glänzende Augen, wenn er von seiner Freude über dieses Konzert spricht, das er nicht vergessen wird.

Bach und Wein Auch Kulturamtsleiter Matthias Rolfs hat glänzende Augen. Er überreicht Hubert Voigt einen guten Tropfen Wein aus jenem Gebiet, das der Musikpädagoge seit vierzehn Jahren genauso gut kennt wie die Suhler Umgebung, und Noten eines Komponisten, der Thüringen ebenfalls gut kannte: Johann Sebastian Bach. Beifall vom Publikum. Doch dann spricht Rolfs den Zuhörern so eigentlich aus dem Herzen. Er lobt Voigt als einen Künstler, der mit Leidenschaft an seinem Beruf hänge und dem die hiesigen Bürger viel verdankten. „Herr Voigt, Sie haben sich die Treue, den Respekt und die Liebe der Suhler erworben – das schafft hier nicht jeder.“

Tosender Applaus dafür, als sollte damit jedes Wort nochmals extra unterstrichen werden. Die Suhler, die an jenem Nachmittag auf den Kirchenbänken sitzen, wissen, warum sie kamen. Weil sie sich Hubert Voigt verbunden fühlen, weil sie seine Arbeit schätzen und weil sie in Erwartung eines besonderen Erlebnisses sind. Das sie auch bekommen. Am Ende große Freude auf allen Gesichtern – beim Publikum, das begeistert stehend applaudiert, und bei den Akteuren, die so viel Herzlichkeit und Sympathie vielleicht nicht unbedingt erwartet hatten. Und mittendrin ein sichtlich ergriffener Hubert Voigt. So schön kann ein Abschied in Suhl sein.

Da möchte man doch gar nicht daran rühren, dass es vor vierzehn Jahren allen Ernstes Stimmen in der Stadt gab, die Konzerte von Ars Musica zu boykottieren … „Die Zeit ist ein sonderbar Ding“, das wusste schon Straussens Marschallin im „Rosenkavalier“.

Die Zeit, sie ist auch für Voigts aktives Berufsleben abgelaufen. Der Ruhestand in Sicht. Bei ihm dürfte es eher ein Unruhe-Zustand werden. Denn wer solche großartigen Chöre geformt hat, wie diese beiden, der dürfte nicht sogleich loslassen wollen. Und weil Ars Musica und dieser vorzügliche Mädchenkammerchor der Jugendmusikschule „Württembergisches Allgäu“ in Wangen diese zweite Lebensleistung Voigts – nach dem Suhler Knabenchor – so wunderbar widerspiegeln, war es naheliegend, sie in einem gemeinsamen Konzert zu vereinen. Hört her – so können Chöre klingen, wenn man Kraft, Können und Leidenschaft investiert. Und wenn man junge Menschen auf einen anstrengenden, aber lohnenden künstlerischen Weg mitzunehmen versteht.


Ein Konzert zweier Amateurchöre dieses Niveaus dürfte so bald in Suhl nicht wiederholbar sein. Ars Musica war auf den Punkt präsent, wie es wohl nur Auftritte unter besonderen Umständen ermöglichen. Opulente, relativ helle Tonfülle, flexible Dynamik, saubere Intonation und stilistisch sicher in den geistlichen Gesängen zwischen Altem Musiker Purcell und Neutöner Lukowsky. Türnpus verhaltendes „Kyrie“ – ein Musterbeispiel an stimmlicher Beweglichkeit und feiner Gestaltung.

Exzellent die hell strahlenden Mädchen- und Frauenstimmen. Schumanns „Wassermann“ so betörend, beinahe naiv und dennoch abgründig zu singen, das funktioniert nur, wenn die Stimme solistisch trainiert ist und beherrscht wird. Auch Brahms „Vier Lieder aus dem Jungbrunnen“ sind Herausforderungen, die eines soliden Fundamentes bedürfen. Im letzten Teil des Programms setzt Voigt dann ganz auf die Klang-Besonderheit eines gemischten Chores. Und aufs effektvolle Repertoire, wozu zweifellos Gesänge der russischen Liturgie gehören. Die hat sich Ars Musica schon vor Jahren in beeindruckender Wiedergabe erobert. Mit den kontrastierenden weiblichen Stimmen bekommen Tschaikowskis und Archangelskis Liturgien zudem einen ganz eigentümlichen Reiz. Und wenn sie nicht so inniglich und schlicht gesungen worden wäre – man hätte diese Zugabe von Bruckners „Ave Maria“ fast ein wenig als koketten allerletzten Schlusspunkt einer wunderbaren Begegnung auf den Flügeln des Gesangs empfinden können. Aber eben nur fast.

[message_box type=“note“ icon=“yes“ close=“Hide“]Erschienen im Freien Wort 23.05.2007
Autor: Lilian Klement
Foto: frankfoto.de
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2007, Kritiken

Ein großes Ständchen zum Abschied

ARS MUSICA UND ALLGÄUER KAMMERCHOR

Ein Suhler ist er schon lange nicht mehr. Doch es zieht ihn immer wieder in die Stadt zurück, der er vor vierzehn Jahren nur ungern den Rücken kehrte und ihr trotzdem etwas hinterließ: den Knabenchor. Der wäre ohne Hubert Voigt undenkbar.

SUHL – Auch wenn der Chor heute ein anderer ist als damals, 1992, auf seinem Höhepunkt.

Zwanzig mühsame Jahre hatte Voigt dorthin gebraucht. Es brauchte keine zwanzig Jahre, ihn wieder in die künstlerische Bedeutungslosigkeit versinken zu lassen. Für die Stadt ist er sicher weiter eine reizvolle Facette im Gefüge der verschiedenen Chöre, aber nicht mehr jene Perle, die sie einstmals war.

Ein Teil dieses Knabenchores, der 1972 entstand, lebt heute in Ars Musica weiter, bis auf zwei sind alle Männer durch Voigts Schule gegangen. Ars Musica ist eine verschworene, über Jahrzehnte verbundene Gemeinschaft, ein erstklassiger, preisgekrönter Männerchor mit Suhler Wurzeln. Ob der entstanden wäre, wäre Voigt nicht vergrault worden? Aber wie so vieles im Leben hat jedes Ding zwei Seiten. In diesem Falle Ars Musica.

Und weil das so ist, gibt es für den 64-jährigen Hubert Voigt gute Gründe, seinen beruflichen Ausstand im Sommer nicht nur in der neuen Heimat Wangen mit einem feinen Konzert zu geben, sondern auch in Suhl. Jene Stadt, die er von 1969 bis 1993 als Chorpädagoge maßgeblich prägte. Der er eine gewisse Treue hielt, und sei es nur mit den monatlichen Proben von Ars Musica im Heinrichser Gemeindehaus und ein bis zwei Konzerten jährlich. Das jüngste fand unmittelbar vor Heiligabend in der Kreuzkirche statt und war wie so viele Jahre zuvor ein Selbstläufer beim Publikum.

Der Auftritt an diesem Sonntag in der Hauptkirche ist für Voigt nicht nur deshalb ein ungewöhnlicher, weil er sich in den „Altersruhestand“ zurück zieht, wie er sagt, sondern auch, „weil es in den Sternen steht, ob ein Programm dieser Gestalt überhaupt noch einmal denkbar wäre“.

Was Hubert Voigt spricht, klingt ein wenig verrätselt, klärt sich aber, wenn man auf die Mitwirkenden und auf den Inhalt schaut. Neben Ars Musica kommt der Kammerchor der Jugendmusikschule „Württembergisches Allgäu“ in Wangen nach Suhl. Eines jener leistungsstarken Ensembles, die Voigt dort zielstrebig aufgebaut hat. Die Mädchen sind bekannt für ihr exzellentes Singen, beim internationalen Johannes-Brahms-Wettbewerb 2005 in Wernigerode erhielten sie ein Silbernes Diplom. Beide Chöre bringen einen eigen Programmteil zu Gehör und gestalten zudem einen gemeinsamen Part.

Lebensleistung

Ars Musica hat dafür Werke des 17. bis 20. Jahrhunderts ausgewählt – von Henry Purcells „Lobt den Herrn der Welt“, über „Cantate“ von Richard Strauss bis zum „Ave Maria“ von Rolf Lukowsky. Der Kammerchor aus dem Allgäu hingegen setzt den Schwerpunkt mit romantischem Liedgut, beispielsweise Brahms‘ „Vier Lieder aus dem Jungbrunnen“. Der gemeinsam gesungene Teil beginnt mit Felix Mendelssohn Bartholdys „Die Nachtigall“ und endet mit einer Liturgie von Tschaikowski.

Einen zusätzlichen Reiz erfährt das Konzert eben durch jene Mischung der Stimmen, von denen die jüngste weiblich und fünfzehn ist und die älteste vierzig und männlich.

Voigt merkt man schon am Telefon die besondere Freude auf diesen Auftritt an. Selbst wenn das Programm am Samstag bereits in der Erfurter Reglerkirche erklingt – Suhl ist eben noch immer ein besonderes Pflaster für ihn. Hier hat der ehrgeizige wie fähige Pädagoge und Künstler den größten Teil seiner Lebensleistung gebracht, und hier ist er in gewisser Weise darum gebracht worden. „Der Knabenchor war mein Fleisch und Blut“, bekennt er selbst nach vierzehn Jahren noch.

Nein, er hadert nicht mehr, dass Suhl damals leichtfertig eine Chance vertan hat, dem seinerzeit außergewöhnlich hohen Niveau des Knabenchores eine Perspektive zu geben. Voigt hatte sie in der Anbindung an das Herder-Gymnasium gesehen. Das Kultusministerium – damals mit Dieter Althaus als Minister – war bereit, die Weichen zu stellen. In Suhl winkte man ab. Was hätte heute sein können …

Der Knabenchor wurde zu DDR-Zeiten – 1977 – dank des damaligen Chefdirigenten der Philharmonie, Siegfried Geißler, an das Orchester angegliedert, Voigt bekam dort eine Stelle. Der erfahrene Chefdirigent wusste sehr wohl, warum er dies tat. Er sah die Möglichkeiten und Potenzen des sich entwickelnden Ensembles, und er sah, dass da einer war, der die Fähigkeiten hatte, aus der 1972 gegründeten Sangesgemeinschaft von kleinen Jungs einen veritablen Knabenchor zu machen und dafür die richtigen Bedingungen brauchte. Einen Chor nach internationalem Vorbild war Voigts klares Ziel.

Motivieren, Begeistern

Die Zukunft sollte zeigen, dass Geißler recht behielt. Allmählich formten sich das Klangbild, der Ton, die Ausstrahlung. Der Name „Suhler Knabenchor“ erlangte einen guten Ruf, die Suhler traten regelmäßig im Fernsehen auf und konnten mit den leistungsstarken Sangesknaben der Republik in Jena, Dresden oder Frankfurt mithalten. Sogar eine viel beachtete Uraufführung des Komponisten Jürgen Golle „Die Bäume“ gelang hier.

Voigt wusste, dass man einen Chor mit Kindern und Jugendlichen reifen lassen muss und nicht überfordern darf. Dazu gehörte ebenso eine kluge Werkauswahl. An Bachs Motette „Jesu, meine Freude hat er vier Jahre gearbeitet, bis sie aufführungsreif war. Vertrauensvoll und väterlich streng sei sein Umgang mit den Jungs gewesen, wiewohl das Gewinnen und Begeistern nicht minder wichtig gewesen seien. Für einen Großteil seiner Knaben war es derart prägend, dass sie den Gesang in Ars Musica mit ihm fortsetzten. Bis auf den heutigen Tag.

[message_box type=“note“ icon=“yes“ close=“Hide“]Erschienen im Freien Wort 18.05.2007Autor: Lilian Klement[/message_box]

2006, Kritiken

Chorkonzert zur Weihnachtszeit

Mit einem Chorkonzert der Spitzenklasse ließen sich rund 950 Musikfreunde am Vorabend des Heiligabends vom Thüringer Männerchor „Ars Musica“ in der Kreuzkirche aufs Fest einstimmen.

SUHL – Mit der liebgewordenen Tradition, am 4. Adventsnachmittag zum Chorkonzert einzuladen, mussten die Sänger um Hubert Voigt in diesem Jahr brechen. Der Kalender wollte es, dass 4. Advent und Heiligabend zusammenfielen. Doch das hohe Niveau und die einzigartige Atmosphäre dieses Weihnachtskonzertes hat sich längst in Suhl und über die Grenzen der Stadt hinaus herumgesprochen, so dass die Bänke im Erdgeschoss und die Emporen der in weihnachtlichem Glanze erstrahlenden Kreuzkirche trotz des ungewöhnlichen Termins nahezu voll besetzt waren, als Maria Voigt mit ihrer Violine das Konzert eröffnete.

Für sein eineinhalbstündiges Programm hatte der Chor neben solch bekannten Stücken wie „Maria durch ein’ Dornwald ging“, „Ave Maria“, „Tochter Zion freue dich“ oder „Tausend Sterne sind ein Dom“ auch eine Reihe regionaler und ausländischer Weihnachtslieder ausgesucht. Beim Publikum stießen die Interpretation und die festliche Stimmung auf Gefallen. „Jetzt fühlt man förmlich, dass wirklich schon wieder Weihnachten ist“, waren sich viele Besucher nach dem mit langanhaltendem Applaus und einem „Stille Nacht, heilige Nacht“ ausklingenden, beeindruckenden Konzerterlebnis einig.

Auch für den Chor sei es eine große Freude und eine Ehre, dieses Konzert in der Kreuzkirche bestreiten zu dürfen, sagte Chormitglied Thorsten Weiß. Mit der Besucherresonanz sei man überaus zufrieden. 943 Karten wurden nach seinen Informationen verkauft. Pro Karte kommt ein Euro dem von „Ars Musica“ unterstützten Hilfsprojekt für die Erweiterung einer Grundschule im chilenischen Belén zugute, an der viele Kinder der „Ärmsten der Armen“ unterrichtet werden. „Wir haben die Summe aufgestockt und werden 1000 Euro für die anstehenden Bauarbeiten überweisen“, freut sich Weiß, der wie seine Mitstreiter auch noch auf weitere Spenden auf das Konto der Hilfsaktion hofft.

Darüber hinaus wurde bei einer Kollekte noch einmal für die Eilert-Köhler-Orgel gesammelt. Auch dabei kam die stattliche Summe von knapp 1000 Euro zusammen – ein Rekordergebnis der bisherigen Weihnachtskonzerte, wie Thorsten Weiß berichtet. Damit ist ein weiterer Teil des noch klaffenden Finanzierungslochs von 4000 Euro für die fast fertiggestellte Orgel gestopft.

Die Klänge von Maria Voigts Violine bildeten einen gelungenen Kontrast zur stimmlichen Fülle des Männerchores.

[message_box type=“note“ icon=“yes“ close=“Hide“]Erschienen im Freien Wort 27.12.2006
Autor: Georg Vater
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2006, Kritiken

Advent auf der Wartburg

Der Thüringer MännerchorArs Musica Suhl sang in zwei Adventskonzerten im Festsaal der Wartburg deutsche und europäische weihnachtliche Weisen.
EISENACH. 1972 wurde der Knabenchor der Suhler Philharmonie von Hubert Voigt gegründet, aus ihm erwuchs 1994 der Thüringer Männerchor, der sich zu einem der profiliertesten Chöre entwickelte. Davon künden internationale Chorwettbewerbe und Konzertreisen sowie zahlreiche Auftritte vor allem in Mittel- und Süddeutschland.Die zu Gehör gebrachten Liedsätze waren überwiegend besinnlicher Natur und boten nicht allzu viel Raum zu expressiver dynamischer Gestaltung. Bemerkenswert waren die Stimmkultur und der homogene, in sich selbst ruhende abgerundete Chorklang. Vortrefflich im Piano, volltönend im Forte, ohne aufdringlich zu wirken – ein Chor, der von seinem Dirigenten geprägt, mit ausgefeiltem Klangsinn, sehr guter Textverständlichkeit und in sich stimmigen Interpretationen zu überzeugen wusste. Herzlicher Beifall galt Chor und Maria Voigt, die u. a. Sätze aus Bachs Partita Nr. 1 für Violine Solo vortrug.

[message_box type=“note“ icon=“yes“ close=“Hide“]Erschienen in der Thüringer Allgemeinen 03.12.2006
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Große Musiker helfen kleinen.

Sänger unterstützen talentierte Instrumentalisten. Unter diesen Vorzeichen kam die Musikschule zu einem neuen Cello.

ERFURT (cc). Der Thüringer Männerchor Ars Musica und das Jugendsinfonieorchester der Musikschule Erfurt gaben kürzlich ein Chorkonzert zur Weihnachtszeit in der Reglerkirche. „Wir verbinden das gern mit einem guten Zweck“, berichtet Chorchef Thorsten Weiß. Gemeinsam mit dem Geigenbaumeister Matthias Risch wurde so die Idee umgesetzt, dem Bereich Violoncello ein neues Instrument zu schenken. „Wir haben einen erfreulichen Anstieg an wirklich jungen Interessenten zu verzeichnen“, meint Barbara Kermer, Lehrerin für Violoncello, dass das Instrument gerade zur rechten Zeit kommt. Schließlich seien sogar Vierjährige – natürlich mit den Eltern – in der Schule vorstellig gewesen. Da passt das neue Instrument bestens ins Konzept. Es ist ein Viertelinstrument, was – je nach Größe des Kindes – von Fünf- bis Siebenjährigen gespielt werden kann. Bisher verfügte die Musikschule laut Barbara Kermer über vier passende Instrumente. Nun könnte ein weiteres Kind angenommen werden. Wie der Erfurter Geigenbauer – er steuerte selbst noch einen Beitrag zur Finanzierung bei – zum Rahmen der Spende von „Ars Musica“ erläuterte, ist ein „ordentliches“ Cello nicht unter 500 Euro zu haben. „Studenten kaufen welche ab 10 000 Euro.“ Am Ende hat sich die Musikschule selbst mit beschenkt. Gestaltete doch das hauseigene Jugendsinfonieorchester das Konzert in der Reglerkirche mit.

[message_box type=“note“ icon=“yes“ close=“Hide“]Erschienen in der Thüringer Allgemeinen, 20.12.2005[/message_box]