Kategorie: 2014

Kritiken und Berichte aus dem Jahr 2014

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Halleluja, die Suhler singen mit Ars Musica im Kanon

Mehr als 1000 Besucher erfreuten sich am Sonntagnachmittag in der Kreuzkirche am traditionellen Chorkonzert zum Advent von Ars Musica. Einen Teil des Erlöses erhält diesmal der Suhler Knabenchor.

Suhl – Nun kann Weihnachten kommen. Denn immer, wenn zum vierten Advent der Thüringer Männerchor Ars Musica in der Kreuzkirche auftritt, sind es nur noch wenige Stunden zum Fest. Und es ist auch stets das letzte Konzert im bunten Reigen der überaus zahlreichen vorweihnachtlichen in Suhl.

An diesem Wochenende konnte man gleich zwei wunderbare musikalische Glanzlichter erleben – Trombone Unit Hannover am Samstag in der propper vollen Hauptkirche, und einen Tag später Ars Musica. Über tausend Besucher füllten hier das Kirchenschiff bis unters Dach. Von derart viel Resonanz hat auch der Suhler Knabenchor etwas, aus dem Ars Musica hervorging, denn ein Teil der Einnahmen kommt diesmal ihm zugute.

Das Konzert ist eigentlich seit zwanzig Jahren ein Selbstläufer. Für viele Suhler ein „Muss“, wie anderenorts das Erlebnis des Bachschen Weihnachtsoratoriums. Die Zuhörer wissen um die stimmliche Qualität von Ars Musica, an der immer wieder intensiv gearbeitet wird, selbst wenn es ein Freizeitvergnügen bleibt. Obgleich eines mit einem hohen Anspruch aller Beteiligten. Das macht alle Konzerte bis auf den heutigen Tag so hörenswert.

Vor der bereits weihnachtlich geschmückten Kulisse des Kirchenraumes war der Nachmittag so recht dazu angetan, sich des nahenden Festes noch einmal bewusst zu werden und vielleicht ein bisschen innezuhalten. Superintendent Martin Herzfeld begrüßte die große Besucherschar und erinnerte in Bezug auf die eingangserklungene Orgelmusik – Bachs „Meine Seele erhebt den Herrn“, den Lobgesang der Maria –, dass die Liebe das Stärkste in der Welt ist, die alles überwinden kann. Etwas, das im Grunde an die Herzen der Menschen appelliert, sich dessen immer wieder bewusst zu werden. Was auch den Umgang miteinander meint. Egal welche Religion, welche Hautfarbe. Gerade in Deutschland vor Weihnachten aktueller denn je.

Wie jedes Jahr hat Chorleiter Hubert Voigt ein Programm zusammengestellt, das dem musikalischen Weihnachts-Mainstream einen kleineren Platz einräumt. Ars Musica präsentiert erneut eine musikalisch anspruchsvolle Reise durch die Zeit und durch die Welt. Mit manchem, was früher hier schon erklang und ins Repertoire des Chores gehört, und einigen neuen Titeln. Voigt macht sich immer wieder die Mühe, weniger Bekanntes aufzuspüren. Den ersten Teil prägen eher stille, getragene Weisen, wie beispielsweise Anton Schoendlingers (1919-1983) „Winterklage“ oder Ludwig Winands (1940-2008) „Adventsstern“.

Wenn Ars Musica zum traditionellen Konzert am 4. Advent einlädt, bleibt kein Platz leer in der Suhler Kreuzkirche

Deutschlandpremiere

Damit kann man geschickt einen Bogen schlagen zu historischem Liedgut. „O komm, o komm Emanuel“, ein altes Adventslied, oder „Wunderschön, prächtig“, eine Weise aus dem Kloster Einsiedeln in der Schweiz, um 1773. Das schlichte „Maria durch ein’ Dornwald ging“ ist schon eher vertraut, auch die Volksweise „Es ist für uns eine Zeit angekommen“, zu dem es verschiedene Textvarianten gibt. Voigt entschied sich für jene mit einem christlichen Bezug. Bevor es in eine kleine Pause geht, schließt Händels berühmter Gesang „Tochter Zion“ diesen ersten Teil ab.

Danach und nach einem heiteren Orgelwerk des Franzosen Louis-Claude Daquin (1694-1772), gespielt von Kantor Philipp Christ, folgte der obligatorische Kanon zum Mitsingen. Bestehend aus nur zwei Worten: Halleluja und Amen. Erstaunlich, wie gut das jedes Jahr funktioniert, halb Suhl nämlich ziert sich nicht und singt aus voller Kehle. Und was herauskommt, lässt sich auch noch hören, bis zum letzten Ton. Wofür sich alle gegenseitig beklatschen. Es folgt nun die Hälfte der bekannten Weisen, „Süßer die Glocken nie klingen“, das russische „Bajuschkij“, „Hark The Herald Angels sing“ oder das Spiritual „Go tell on the mountain“, wofür Torsten Kullick als Solist für seinen hohen, glockenklaren Gesang einen Sonderapplaus erhält.

Eine Deutschlandpremiere erleben die Suhler gleich noch mit, das „Ave Maria“ des portugiesischen Komponisten Manuel Rebelo. Ars Musica hatte es beim Lissabon-Aufenthalt Anfang Dezember gemeinsam mit dem Chor von Rebelo, den „Emotion Voices“, aus der Taufe gehoben. Kein Ende ohne „Stille Nacht, heilige Nacht“. Der berühmte „Andachtsjodler“ setzt dann als Zugabe für den begeisterten Applaus den letzten Ton. Und während die Massen beseelt aus der Kirche in den erleuchteten Steinweg strömen, beginnen gar die Glocken zu läuten …

[message_box type=“note“ icon=“yes“ close=“Hide“]Erschienen im Freien Wort 22.12.2014
Autor: Lilian Klement
Foto: frankfoto.de[/message_box]

Adventslieder schon mal in Lissabon gesungen

Der vierte Advent in Suhl ist immer mit einem feinen Konzert von Ars Musica in der Kreuzkirche verbunden. So auch diesmal.Das Programm erklang bereits in Lissabon.

Suhl – Für viele Suhler Musikfreunde gehört zum vierten Advent traditionell der Besuch des Weihnachtskonzertes vom Thüringer Männerchor Ars Musica. Das Programm in der Kreuzkirche setzt alljährlich einen emotionalen musikalischen Schlusspunkt kurz vor Heiligabend,entsprechend ist die Atmosphäre im Gotteshaus immer eine besondere.

Das wird auch am 21. Dezember nicht anders sein, wenn Hubert Voigt und seine Sänger einstimmen aufs Fest. Die Programmzusammenstellung ist eine bewährte – weihnachtliche Weisen aus den verschiedensten Ländern und ein Auftakt ander Orgel mit Bach, gespielt von Kantor Philipp Christ. So wird manches Vertraute und gern Gehörte dabei sein, wie unter anderem „Bajuschkij“ – ein Wiegenlied aus Russland –-,„Süßer die Glocken nie klingen“ oder das festliche „Hark! The Herald Angels Sing“, ein Weihnachtslied aus England in einer Bearbeitung von Felix Mendelssohn Bartholdy, oder die schlichte Volksweise „Es ist für uns eine Zeit angekommen“.

Auch „Adeste Fideles“ trällern viele Menschen in Deutschland munter, zumindest die Melodie. Was manche indes nicht wissen, diese schöne Lied kommt aus Portugal. Und genau dort war am ersten Dezemberwochenende ein Großteil der Mitglieder von Ars Musica, in der Hauptstadt Lissabon und in der Umgebung und hat dabei auch schon einmal dieses Weihnachtsprogramm vorgestellt.

Bei Uraufführung dabei

Es war die Idee des Chorsängers Peter Rindfleisch. Der wohnt in der Nähe von Lissabon kommt dennoch regelmäßig einmal im Monat per Flieger nach Deutschland, um an den Proben in Suhl teilnehmen zu können. Er ermunterte seine Mitsänger dazu, doch auch einmal zu einer Probe nach Lissabon zu reisen. Ja, warum denn nicht? Dass der Männerchor diese Gelegenheit auch zu Auftritten nutzen würde, versteht sich bei dieser, dem Gesang verschworenen Truppe fast von selbst. Also organisierte Peter Rindfleisch drei Konzerte um den zweiten Advent herum. Eines davon fand in der evangelischen deutschen Kirchgemeinde von Lissabon statt, dort wirkte Ars Musica an einem Gottesdienst mit. Die Gemeinde hatte auch den Probenraum für die Sänger aus Deutschland zur Verfügung gestellt.

Zwei weitere Auftritte wurden gemeinsam mit dem portugiesischen Chor „Emotion Voices“ gestaltet, einer davon im weltbekannten Hieronymus-Kloster und ein anderes in der Kirche von Estoril. Die Zusammenarbeit mit „Emotion Voices“ habe großen Spaß gemacht, erzählt Alexander Vierling von Ars Musica. Es sei ein gemischter Chor, der erst seit einem Jahr bestehe, lauter junge Leute und ein sehr ambitionierter Dirigent und Sänger namens Manuel Rebelo, der auch komponiere. So habe man beispielsweise gemeinsam mit „Emotion Voices“ eine Uraufführung von Rebelo gesungen.

Da viele Ars-Musica-Mitglieder erstmals in Portugal waren, nutzten sie natürlich die Gelegenheit, um sich ein wenig umzuschauen, die Sehenswürdigkeiten von Lissabon beispielsweise und in der Atlantik-Stadt Estoril.

Und wenn sie dann am Sonntag „Adeste Fideles“ anstimmen, mag in dem einen oder anderen Chorsänger garantiert noch einmal das PortugalErlebnis anklingen.

[message_box type=“note“ icon=“yes“ close=“Hide“]Erschienen im Freien Wort 17.12.2014
Autor: Lilian Klement[/message_box]